
Erst das Budget, dann das Haus
Bevor Sie mit der Immobiliensuche auf Immobilienportalen, bei Immobilienmaklern oder Bauunternehmen starten, sollten Sie einen viel wichtigeren Punkt für sich klären: Ihr Budget.
Machen Sie eine realistische Planung, welche monatliche Belastung zu Ihrem Leben passt. Daraus können Sie auf Basis des aktuellen Zinsniveaus die Preisklasse ableiten, in der Sie sich umschauen können.
Diese Vorgehensweise verschafft Ihnen Sicherheit und macht Sie souveräner in den Gesprächen mit Immobilienmaklern oder Bauunternehmen.
Wie viel Immobilie können Sie sich leisten?
Für eine erste Budgetplanung empfehlen wir, alle Einnahmen und Ausgaben aufzulisten und gegenüberzustellen. Dadurch ergibt sich die monatliche Kreditrate, die grundsätzlich tragbar ist. Zudem werden in diesem Prozess häufig unnötig gewordene Ausgaben sichtbar, die das Budget ggf. belasten.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Frage, welchen Betrag eine Bank Ihnen finanzieren würde. Es geht auch darum, welcher Betrag sich für Sie langfristig gut anfühlt.
Eine Finanzierung für eine selbstgenutzte Immobilie läuft in der Regel mehrere Jahrzehnte. In dieser Zeit wird sich vieles verändern. Kinder werden geboren, Arbeitszeiten reduziert, eine Selbstständigkeit gestartet oder größere Anschaffungen werden notwendig. Vielleicht möchten Sie reisen, Geld investieren oder im Alltag finanzielle Freiräume behalten.
Eine gute Finanzierung sollte nicht nur heute rechnerisch machbar sein, sondern auch zu Ihren Zukunftsplänen passen.
Die heutige Miete ist nicht automatisch die richtige Kreditrate
„Wenn wir heute 1.500 € Miete zahlen, können wir auch eine Kreditrate von 1.500 € tragen.“
Als erste Orientierung ist diese Annahme grundsätzlich nicht falsch. Doch dürfen Sie nicht vergessen, dass in Ihrer Miete Kosten enthalten sind, die Sie als Eigentümer einer Immobilie zusätzlich zu Ihrer Kreditrate zahlen müssen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Instandhaltung und Reparaturen
- Grundsteuer
- Wohngebäudeversicherung
- Höhere oder zusätzliche Nebenkosten
- Rücklagen für Heizung, Dach, Fenster oder Haustechnik
- Bei Eigentumswohnungen das Hausgeld und mögliche Sonderumlagen
Diese Kosten dürfen nicht vergessen werden und sollten zur Kreditrate hinzugerechnet werden.
Sofern Sie zusätzlich zur Miete bereits regelmäßig Rücklagen gebildet haben, kann eine Kreditrate in Höhe der aktuellen Miete durchaus realistisch sein. Daher betrachten wir immer Ihre gesamte finanzielle Situation bei der Ermittlung Ihres Budgets.
Wie viel Eigenkapital sollte eingesetzt werden?
Bevor Sie mit der Suche oder der Planung beginnen, sollten Sie prüfen, wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht und wie viel davon wirklich in die Finanzierung des Kaufpreises, der Baukosten oder die Modernisierung eingebracht werden soll.
Zum Eigenkapital zählt beispielsweise:
- Guthaben auf Gehalts- und Tagesgeldkonten
- Wertpapiere wie Aktien, ETFs und Investmentfonds
- Zuteilungsreife Bausparverträge
- Bereits bezahlte Grundstücke
- Schenkungen aus dem familiären Umfeld
- Eigenleistungen beim Neubau oder bei einer Modernisierung
Grundsätzlich gilt: Je mehr Eigenkapital, desto günstiger die Finanzierung. Trotzdem ist es selten sinnvoll, das gesamte Eigenkapital einzusetzen. Eine Liquiditätsreserve für ungeplante Ausgaben sollte immer bestehen bleiben.
Gerade beim Neubau oder bei einer Modernisierung empfehlen wir, nicht zu knapp zu kalkulieren. Kostensteigerungen oder zusätzliche Wünsche, die in der ursprünglichen Planung nicht berücksichtigt wurden, sind keine Seltenheit.
Mit klarem Budget gezielter suchen
Nach einer vernünftigen Budgetplanung kennen Sie nicht nur die maximale Rate und die entsprechende Darlehenssumme, sondern haben auch die wichtigsten Fragen für sich geklärt:
- Wie hoch dürfen Kaufpreis oder Baukosten sein?
- Wie viel Eigenkapital muss eingebracht werden?
- Wie viel Eigenleistungen können angerechnet werden?
- In welcher Höhe kommen Nebenkosten hinzu?
- Welche Rücklagen bleiben nach dem Erwerb?
- Welche Fördermöglichkeiten stehen grundsätzlich zur Verfügung?
Vor diesem Hintergrund können Sie Angebote von Immobilienmaklern oder Bauunternehmern wesentlich besser einschätzen. Außerdem treten Sie gegenüber Maklern, Bauunternehmen und Verkäufern verbindlicher auf, da Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten bereits kennen.






